7. September 2012

I ♥ amsterdam

Die Jungs hatten sich doch tatsächlich eine Städtereise gewünscht.
Mit Amsterdam sollten sie sie bekommen.

Schon Monate vorher sollten sie sich schlau machen, was für sie vielleicht interessant sein könnte, in welche Museum sie ihre Chauffeure schleppen wollten und überhaupt:
Was tun in der Stadt der 1000 Möglichkeiten?

Es blieb allerdings beim alten: Der gemeinsame Urlaub kam wie immer völlig überraschend und unvorbereitet.
Nur gut, dass es inzwischen die moderne Technik und das tolle Handy-App namens Amsterdam-City-Guide gibt, so dass wir nicht ganz unvorbereitet losgefahren mussten.

Nach (tatsächlich) gründlichen Überlegungen, ob man mit dem Bulli mitten in Amsterdam übernachten sollte oder lieber außerhalb, hatten wir uns für
den Het Rietveen - Campingplatz in Landsmeer entschieden.


Der Campingplatz liegt nur 7 km von der Amsterdamer Stadtmitte entfernt, so dass man theoretisch auch mit dem Rad reinfahren könnte. Trotzdem ist es dort unglaublich ruhig, idyllisch und erholsam, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Platz überhaupt keinen Luxus bietet, außer der Tatsache, dass der geneigte Angler hier keinen Angelschein benötigt, was uns den einen oder anderen scheelen Blick einbrachte, weil wir auf der Anglers 1A-Lage unser Lager aufgeschlagen hatten.

Die nächste Besonderheit dieser Anlage ist die, dass man - egal zu welcher Uhrzeit - einfach auf den Platz fahren kann, sich einen Stellplatz aussucht und irgendwann im Laufe des Tages kommt eine nette alte Dame vorbei, die das Geld für den Platz kassiert.
Wunnebar ! Das Camper-Leben kann so einfach sein.

Die sanitären Anlagen waren steinalt aber pickobello sauber.
Ich habe mich morgens gekugelt, als der Platzwart - von oben bis unten in Gummizeug gekleidet - kurzerhand mit einer Gardena-Giftspritze jede Nasszelle einsprühte, das Desinfektionsmittel während seines Rundgangs einwirken ließ und danach mit einem Hochdruckreiniger alles von oben bis unten sauber kärcherte. Da saß nicht eine fiese Spinne in der Duschkabine oder auch nur der Hauch eines Netzes.
Hatte ich so noch nicht gesehen, fand ich aber unfassbar effektiv.
Der Platzwart fand das wohl ebenso, weshalb er sich nach diesem Prozedere immer gleich die erste Dusche des Tages vor Ort gönnte.

Apropos gönnen: Man kann dort solange superheiß  duschen, bis die Haut Wellen schlägt, denn das ist im Standplatz inklusive.
Ich hatte allerdings erst am zweiten Tag raus, wie ich meine Klamotten während des Duschens hinhängen musste, so dass sie von dem Kondenswasser, welches an den gefliesten Wänden durch die  Nebelschwaden, die ich während meiner Sauberkeitsorgie produzierte, herunterlief,  halbwegs verschont blieben.
  
Ins "Örtchen" sind wir täglich mit dem Linienbus mit einem Tagesticket für 10,- /Pers. gefahren.
Dafür hätte man aber den ganzen Tag und abends mit Beleuchtung hin- und herfahren können.
W-Lan gehört in den Bussen zum kostenlosen Service und wurde von uns auch fleissig genutzt.
Während der 15 Minuten bis zum Bahnhof habe ich mein Handy via App mit dem Tagesprogramm gefüttert und mir die entsprechenden Karten heruntergeladen. Superpraktisch.
Hätte man keine technische Belustigung dabei gehabt, hätte man auch in den kostenlos ausliegenden Tageszeitungen lesen können. Sehr netter Service.


De Waag

In Amsterdam kann man sich eigentlich nicht verlaufen. Anhand der ohnehin bekannten Sehenswürdigkeiten hangelt man sich einfach an einer Gracht weiter bis zu einem Punkt, an dem man sich auskennt. Zum Bahnhof findet man also immer.
Anders herum war es für uns schon eher ein Problem. Gewollt zu manchen Plätzen zu finden war nicht immer einfach. Zum Anne-Frank-Haus haben wir z.B. erst am dritten Tag gefunden und auch nur, weil die Schlange davor um den ganzen Block führte. Dorthinein haben wir es also nicht geschafft. Das steht auf unserem To-Do-Zettel für den nächsten Besuch außerhalb irgendwelcher Ferien.
Desgleichen mit dem Madame Tusseauds.





Weil am Tag unserer Ankunft sensationell schlechtes Wetter herrschte und wir uns auf ein Besichtigungsboot geflüchtet hatten, ist uns das neue Filmmuseum EYE ins Auge gestochen, so dass ich mit den Jungs die aktuelle Stanley Kubricks Ausstellung besucht habe.
Inoxe und Hunde mussten leider draußen bleiben.
Das Gebäude des Filmmuseums ist aber allein schon ein architektonischer Augenschmaus. Auch das Museum bekommt von mir das Prädikat empfehlenswert.



De Sluyswacht am Rembrandtsplain

Den Besuch des Rembrandthuis fand ich übrigens auch ganz beeindruckend.
Besonders empfiehlt sich hier die audioguided Tour.
Dazu bekommt man im Untergeschoss des Hauses eine Art Walkie-Talkie, dem man anhand der besuchten Zimmernummern und Bildnummern die Infos entlockt. Die meisten Besucher hatten also so einen schwarzen Kasten am Ohr und gingen in ihrem ganz eigenen Tempo alle Schaustücke im Gebäude ab. Hervorragend organisiert.


 

Ansonsten sind wir in dieser Stadt soviel gelaufen wie schon lange nicht mehr und natürlich wäre ein Besuch in Amsterdam nicht komplett ohne den Besuch des Rotlämpchenviertels.
Das Rotlichtviertel in Amsterdam ist einfach ein Riesenspaß und fühlt sich an wie 365-Tage-Stadtfest.
Es ist immer was los.
Auf den Straßen wird gefeiert, gelacht, geschäkert. Die Coffee-Shops haben die Fenster weit geöffnet, es weht der typische Amsterdamer Geruch durch die Straßen und wirklich jeder scheint gut drauf zu sein.



Den letzten Tag in Amsterdam haben wir im Vondelpark genossen. Der ist auch echt unglaublich.
Man kommt über die Einkaufsmeile der Leidsestraat und den Leidsensplain mit dem touristischen Trubel, dem Straßenbahngebimmel, den unzähligen Cafés in diesen Park und es herscht....

Ruhe
Unfassbare Stille inmitten dieser Großstadt.
So unglaublich leise, dass wir direkt ein kleines Mittagsschläfchen auf einer der Wiesen gehalten haben, bevor wir uns ein letzten Mal mit kleinen Köstlichkeiten im ehemaligen Filmmuseum im Park vollgeschlagen haben.
Als Vorgeschmack auf den nächsten Skiurlaub habe ich mir zur Feier des Tages sogar einen kleinen Aperol Spritz gegönnt.
Leider war auch dieser Urlaub irgendwann zuende und nur unser Öttchen war froh, dass er danach endlich etwas abhängen konnte.
Der arme Kerl hat sich in dieser Woche als tapferes Kerlchen gezeigt, musste er doch den ganzen Tag wach bleiben und laufen was die kleine Pfoten hergaben.

Kommentare:

Funny hat gesagt…

Seufz ... Amsterdamm ... und von dir wunderbar aufbereitet!

Danke schön :)

Nictom hat gesagt…

Mal gespannt, wann Schnuppe oder Nr.2 sich eine Städtetour wünschen, hihi. Werde heute nachmittag Schnuppe versuchen das Wort Amsterdam beizubringen ;-)
War da selber auch noch nicht :-o

Perle hat gesagt…

Dann wird es aber mal Zeit, Nictom. :-)

Perle hat gesagt…

Danke, Funny.