5. September 2012

Shoppen in seiner schlimmsten Form

Ich habe es überlebt. Zwar nur knapp, aber immerhin. Unzählige Male sind wir schon an diesem lockenden, Mode zu sensationell günstigen Preisen versprechenden Outlet-Center vorbeigefahren und haben der Versuchung bislang immer widerstanden.

Vor kurzem waren der weltbeste Inox und ich in Bremen verabredet und weil wir früh genug losgefahren sind, durfte ich noch einkehren ins vermeintliche Einkaufsparadies.

Da es sich um einen Samstag handelte, war an und für sich schon vorauszusehen, dass es voll werden würde. Wie voll es wurde, konnte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn gar nicht vorstellen.

Dabei weiß ich im Nachhinein immer noch nicht, was diese Massen dorthin treibt.

Ursprünglich war ich auf der Suche nach einer feinen schwarzen Buisinesshose für die nächste Messe, da dort schwarze Hosen und Poloshirts sozusagen verpflichtende Bekleidung sind.
Ich habe aufgrund meiner anscheinend völlig verfrickelten Figur und / oder der aktuellen Unmöglichkeit der Mode genau ein Modell für mich gefunden. Ansonsten... nada.

Das Grauen allerdings erfasste mich im Esprit-Outlet-Store. Diese Menschenmengen, die sich dort mit und ohne Einkaufswagen durchschoben...
Kindergeschrei.
Babygeheul.
Völlig entnervte und überforderte Männer, die versuchten, ihren Gefährtinnen das Erwünschte zu den 4 einzigen Kabinen zu schleppen und dort mit ihrem Leben vor anderen im Kaufrausch befindlichen Furien zu beschützen. Ich war fast gewillt Amnesty International von den Zuständen dort zu informieren.
Unglaublich, wie manche Leute völlig ohne Erziehung durch ihre Kindheit galoppiert sein müssen.
Weil mir der Trubel dann irgendwann nur noch zuviel war, befanden sich an der Espritkasse lediglich zwei Regenschirme in meiner Hand, denn inzwischen herrschte auch draußen Weltuntergangsstimmung.

Der Himmel ließ seine Fluten gen Erde strömen, weswegen ich mich in Home & Cook, den einzig leeren Laden, flüchtete.
Mein Schnellkochtopf hatte nach 15 Jahre die Flügel gestreckt. Ersatzteile habe ich in dieser unserer Stadt nicht mehr bekommen und somit war Platz für neues im Küchenschrank.
Ich habe dort also ein wirklich sinnvolles und inzwischen heißgeliebtes Teil erworben:
Meinen neuen Nutricook!

Ein fantastischer Schnellkochtopf mit technischem Schnick und Schnack, der innerhalb allerkürzester Zeit kocht, dünstet und sonstwie Essen zaubert. Und das Beste ist: der ist in noch kürzerer Zeit abgedampft. Sensationell und lecker.

Fazit des Wochenendes: Nie wieder Ochtum-Park, dafür öfter mal wieder einen Eintopf...

Kommentare:

klingeling hat gesagt…

TOLL...ich war vor Jahren mit meinen Mädels (18 und 22) dort.HÖLLE, die 2 mussten ihre Klamotten zwischen den Regalen anprobieren. IM Esprit-Outlet
bin ich um Jahre "gealtert", mich sieht dort NIEMAND mehr.
Es gab damals auch nur bis Größe 38
ich mit 42 war da schon eine "gewaltige"Erscheinung.
Aber dann waren wir noch schnell im LIND-Shop das tat dann gut.
Danke dir...heute kann ich drüber Lachen.
Liebe Grüße Karola

Coyote hat gesagt…

/me möchte auch Eintopf. Wenn er artgerecht ist.

Perle hat gesagt…

@klingeling:
Um den Lind-Shop bin ich drumherum geschlichen. Darin lauerten mir zu viele bösartige Kalorien, die sich angriffslustig auf die Hüften stürzen. ;-)

@Coyote: Immer gerne. Ich werde auch extra Zucchini weglassen und vielleicht das eine oder andere Stück vom glücklichen Rind reinwerfen.

Nictom hat gesagt…

Solche Outlets braucht doch kein Mensch, oder?
Mir wird schon vom zulesen schlecht.
Da bringen mich keine 10 Pferde rein!

LG
Nictom

Coyote hat gesagt…

@Perle: *freu* Ich hätt mich ja gerne fürs Wochenende angemeldet, aber es ist FT...

Perle hat gesagt…

@Nictom:
Mich auch nicht mehr. Keine Bange....

@Coyote:
Das Essen dieses Wochenende hätte Dich nicht erfreut. Kartoffelpuffer mit Lachs und Räucherkrabben. Als Vorspeise Kürbiseintopf. Und soeben ein schlichter Tomatensalat.
Da warst Du auf dem FT mit Sicherheit besser aufgehoben.