2. September 2012

Sommerpause beendet

In diesem Jahr waren wir - oh Überraschung - nicht in Dänemark, sondern haben einmal etwas neues ausprobiert ... die Ostsee.
Schuld daran war die allgemeine Wetterprognose, welche Sonne ausschließlich im Süden und Osten voraussagte und natürlich der ADAC-Reiseführer, den uns unser freundlicher Nachbar und jahrhundertelanges Mitglied des Clubs jedes Jahr zum Saisonstart in die Hand drückt.
Der weltbeste Inox jedenfalls war vor vielen langen Jahren schon einmal in Zingst in einem Regenbogencamp und so entschieden wir uns genau 4 Stunden vor Abfahrt für das Regenbogencamp Göhren auf Rügen.

Schon die Fahrt über die 2007 neu eröffnete Strelasundbrücke ist beeindruckend.
Wir fanden den Ausblick wohl derart beindruckend, dass wir uns, in Altefähr angekommen, komplett verfuhren und uns direkt wieder -husch- auf dem Rückweg ohne Umkehrmöglichkeit in Richtung Stralsund wiederfanden.
Also noch einmal hin und wieder rüber. Dabei kamen wir uns ein wenig vor wie Grobi aus der Sesamstraße beim Erklären von hier und da und drum herum



Endlich wieder auf der Insel waren wir gelinde erstaunt, als wir an einem kilometerlangen Stau von Abreisenden vorbeifuhren. Da wir mit dem kleinen Wohnklo unterwegs waren, hatten wir nämlich leichtsinnigerweise nichts vorgebucht. Die neue In-Insel ist doch eigentlich Usedom und liegt noch einige Kilometer weiter östlich?

Irgendwann früh morgens kamen wir jedenfalls trotz Navigationsverirrungen und -wirrungen an dem Campingplatz an und mussten eine Weile warten, bis die Rezeption öffnete.
Als sie dann öffnete, dauerte es auch nur eine kleine Dreiviertelstunde, bis wir endlich für genau eine Nacht einchecken durften. Ohne Vorbuchung kann man einen Urlaub auf Rügen im Regenbogencamp nämlich komplett knicken. Auf Monate im Voraus ist dieses 5-Sterne-Mega-Super-Duper-Luxus-Camp in der Hauptsaison ausgebucht. Schließlich ist der Platz wundervoll gelegen: direkt am Meer, unter Fichtenhainen, in den Dünen, unmittelbar am Bahnhof des Rasenden Rolands.



Diese kleine Schmalspurbahn ist wirklich hübsch nostalgisch.
Wer sich aber einmal den Fahrplan der Hauptsaison anschaut, erfährt, dass die kleine Bummelbahn bis tief in die laue Sommernacht zwischen Lauterbach Mole und Göhren hin- und herpendelt. Wenn man jetzt noch weiß, dass sich die kleinen Lokomotiven mit lautem Getute dem Bahnhof nähern, kann man sich ungefähr vorstellen, wie ruhig und erholsam dieses Familiencamp tatsächlich ist. Wobei Göhren an sich schon nett ist. Nur würde ich dort vielleicht nicht gerade auf diesem Campingplatz übernachten. Der Übernachtungspreis für 2 Personen in unserem klitzekleinen Wohnwagen in Höhe von 51,- EUR / Nacht ist aus meiner Sicht jedenfalls nicht auf einem Standplatz in der Kategorie A gerechtfertigt. Zu laut, zu wenig Komfort und die sanitären Anlagen sind aufgrund der hoffnungslosen Überfüllung kaum sauber gehalten.
Wir waren jedenfalls froh, dass wir nur eine Nacht dort bleiben "durften".

Unser Stellplatznachbar in Göhren wusste aber von einem kleinen Campingplatz weit oben im Norden zu berichten, auf den er viel lieber gefahren wäre, hätte sich seine Familie nicht für Göhren ausgesprochen.
Dort haben wir dann auch sofort angerufen und siehe da... die hatten noch Platz für uns.



Der Campingplatz Drewoldke in Altenkirchen hat uns so richtig gut gefallen. Nicht nur, dass man dort Stellplätze für jeden Geschmack anbietet, man stolpert auch quasi direkt aus dem Zelt ins Meer. Also tatsächliche 20 Meter an den *juchuh* hundefreundlichen Strand. Und das ganze für 126,- EUR für 4 Nächte in der Hauptsaison. Sensationell.
Außerdem hat dieser Platz seinen ganz eigenen, nostalgischen Charme, trotzdem aber blitzsaubere und neue Sanitäranlagen, was ja auch nicht immer ganz unwichtig ist.



Der Grund, warum man bei den Drewoldkes wohl immer noch ein freies Plätzchen bekommt ist der, dass es neben dem für Rügen typischen weißen Sand eben auch dicke Steinklunker am Strand gibt. Da wir aber nicht die typischen "2-Wochen-Brathähnchen-in-Sandpanade" sind, war uns das sowas von piepegal, das könnt Ihr Euch nicht vorstellen.
Wir waren einfach nur glücklich über jede Menge Ruhe, endlose Weiten und jede Menge Fisch.

Womit wir beim Kulinarischen wären (Coyoten legen jetzt bitte mal die Ohren an):
Es gab jeden Tag Fisch. Unglaublich leckeren, fangfrischen Fisch... Und das wirklich nur und ausschließlich durch einen kurzen unerwarteten Regenschauer an unserem ersten Tag.
Zu dem Zeitpunkt befanden wir uns mitten in Altenkirchen und suchten eigentlich nur einen Unterstand. Diesen fanden wir vor dem Angelladen in dem Ort und weil wir sowieso gerade dumm herum standen und ein Schild auf "Frischen Fisch" hinwies, habe ich kurzerhand einmal durch die geschlossene der beiden Eingangstüren gelinst, was widerum die Inhaberin auf den Plan rief, die sofort raus kam, um den weltbesten Inox zu fragen, was sie (also ich) denn da mache. Woraufhin ich antwortete, sie (also ich) beschaue die Auslage, weshalb wir (der Inox und ich) sofort in den Laden eingeladen wurden, um bessere Sicht auf das Tagesangebot zu bekommen.
Tja, was soll man sagen, in dem Lädchen roch es kein bißchen nach Fisch. Überhaupt gar nicht. Und das, obwohl die filetierten Stücke einfach nur so in Edelstahlschalen in einer Kühltheke herumlagen.
"Guuuuutes Zeichen", dachten wir, nahmen also je 2 Stück Zander und Butterfisch mit und trugen die Beute sofort, gekleidet in außerdem erworbenen Regenponchos, zurück zum Zeltplatz.
Die Fischfilet kamen umgehend auf die Grillplatte und waren ein Gedicht.
Boah! Sowas von lecker...
Das war soooo lecker, dass wir am nächsten Tag gleich wieder zu diesem Lädchen gestrampelt sind um Nachschub zu holen. Diesmal sollte es nur der Butterfisch sein.
Die nette Verkäuferin musste uns aber enttäuschen, sie hatte nur noch ein Stück Butterfisch und das war... "Es tut mir so leid, das Stück ist von gestern. Das kann ich Ihnen nur noch zum halben Preis verkaufen".
Hallo? Wenn die gute Dame wüsste, dass wir hier im Inland überhaupt nur Fisch vom Vortag als frischen Fisch kaufen können, dann hätte sie uns für das gute Stück bestimmt nicht den Preis erlassen. So haben wir uns gefreut und kurzerhand zusätzlich frischen Dorsch mitgenommen.


So ging das die ganze liebe Woche weiter.
Tagsüber haben wir am Kap Arkona, in Sellin und Binz ein wenig Sightseeing betrieben und abends haben wir uns hungrig über frischen Fisch hergemacht.

Einen ganz besonders schönen Tag haben wir dann auf der Schaabe verbracht.
Um an den Strand dort zu gelangen, muss man sich durch ein schmales Wäldchen schlagen und wird mit superweißem Sand und völlig entspannten Leuten belohnt.


Als Kinder des Westens kannten der Inox und ich Nacktbader nur von extra ausgewiesenen FKK-Zonen. Dort auf Rügen sind uns eigentlich an jedem Strand jede Art von Erholungssuchenden begegnet und zwar mit und ohne Textilien, hobbytreibend, schlafend, mit und ohne Hund. Irgendwie schien alles erlaubt und das ganze auch noch kurtaxenfrei. Unfassbar erholsam.





Weil wir den daheim gebliebenen Kindern aber eine bestimmte Stadtbesichtigung versprochen hatten, mussten wir nach einer Woche doch schon zurück nach hause, um uns zwei Tage später neu bepackt auf den Weg gen Westen zu machen.
Davon erzähle ich ein anderes mal....

Kommentare:

Coyote hat gesagt…

Schön. :) Bis auf den ersten Campingplatz und die Ernährung.

Frau Mahlzahn hat gesagt…

Oh ja, an Rügen habe ich auch noch schöne Erinnerungen... wir konnten uns damals nicht entscheiden, wohin wir fahren wollten, weil keiner Schuld sein wollte, wenn es uns nicht gefällt... Und dann sind wir einfach mal losgefahren, ;-).

Schön ist es da!

Und Deine Bilder sehen wirklich unglaublich entspannt und klasse aus.

Ich hoffe auf weitere Berichte, und freue mich, Dich mal wieder zu lesen!

So long,
Corinna

Perle hat gesagt…

@Coyote:
Auf Rügen gibt es auch wunderbare Motorradstrecken und allerschönste Alleen.
Ich könnte jetzt auch noch Ewigkeiten über die Freizeitgestaltungen bei schlechtem Wetter referieren.
Wir können ja demnächst mal bei einem schönen Eintopf darüber plaudern.

@Frau Mahlzahn:

An Rügen habe ich auch wunderbare Erinnerungen gehabt, als wir uns kurzerhand dafür entschieden. Sie wurden auch alle NICHT enttäuscht. Ganz im Gegenteil.

Nictom hat gesagt…

Hach, was bin ich froh, dass es euch noch gibt! Dachte schon ihr seid verschollen :-O
Bald ist dann Wintercampen im Sauerland angesagt? ;-)
LG
Nictom

Perle hat gesagt…

Hihi, vielleicht schaffen wir das Wintercampen in diesem Winter tatsächlich mal.
Wollen wir hoffen, dass Frau Holle uns ein wenig hold ist. ;-)