3. Oktober 2012

In 4 Stunden um die Welt

Zu zwei unverhofften freien Tagen gekommen, sind der weltbeste Inox und ich am Sonntagnachmittag nach Bremerhaven gestartet, denn diese Stadt stand schon lange auf unserer Wunschliste.

TomTom führte uns diesmal ohne einen einzigen Verfahrer in Bremen zum Wohnmobilstandplatz direkt im Fischereihafen.
Den Fischereihafen kannte ich bis dato nur von den  Fischereihafen Rennen  mit den legendären Fischtown Open (Link öffnet Video).
Der weltbeste Inox aber kannte aus seinem früheren Leben außerdem auch noch die Schaufenster.


Da wir dort erst kurz vor Ladenschluss ankamen, konnte ich gerade noch einen köstlichen Münchhausen - Kaffee aus dem Kolonialwarenladen Fiedler erstehen, bevor wir uns auf Nahrungssuche unter der reichen Auswahl gemacht haben.
Pfiffigerweise hat der Mann an meiner Seite die Kaffeefachverkäuferin nach einer Empfehlung gefragt, ohne die wir den Bremer Ratskeller wahrscheinlich gar nicht aufgesucht hätten.

Dann wäre uns allerdings etwas entgangen. So bin ich aber in den Genuss eines köstlichen Fischvariationen-Tellers an tomatisiertem Mangold gekommen. Zu diesen Fischvariationen gehörte unter anderem ein Red Snapper, den ich z.B. noch gar nicht kannte und der sich als ziemlich spannendes Gaumenerlebnis entpuppte, weil er erst einmal nach (sorry, war so) Pups roch und dann leicht nach Esrom schmeckte. Höchst ungewöhnlich aber lecker...
Als nächstes,  sozusagen zum Neutralisieren und Zunge wieder an Fisch gewöhnen, gab es dann einen schlichten aber umso köstlicheren Kabeljau und zum Abschluss einen Steinbutt.
Zum Nachtisch verlangte es mich nur noch nach einem kleinen Espresso, der uns  trotz der immer noch frühen Abendstunde nicht vom Einschlafen abhalten konnte, nachdem wir den kleinen Fußmarsch zurück zum Bulli hinter uns hatten.

Irgendwie hätten wir es uns eigentlich aber auch schon vorher denken können, dass die Schiffe in einem Fischereihafen nicht erst ablegen, wenn die Hähne krähen.
So saßen der weltbeste Inox und ich mitten in der Nacht, geweckt von Flutlichtstrahlern eines ausfahrenden Fischkutters in "unserem Schlafzimmer", kerzengerade im Bett, als der Montag am sehr frühen Morgen begann.

Wir waren denn auch so früh wieder startklar, dass wir noch vor Geschäftsöffnung in den Havenwelten ankamen, die das eigentliche Ziel unserer Reise waren.



Nach einem ausgiebigen Frühstück im Strandcafe der Nordsee (das waren nämlich die ersten, die uns feste Nahrung verkaufen wollten) sind wir dann auf Weltreise im Klimahaus gegangen.
Die Idee und das Konzept des Klimahauses finde ich eigentlich ganz spannend.
Im Haus folgt man auf einem langen blauen Pfad oder dem kurzen roten Pfad dem 8. Längengrad und lernt im Laufe der nächsten Stunden die Schweiz, Sardinien, Niger, Kamerun, die Antarktis, Samoa, Alaska und die Hallig Langeneß mit all ihren klimatischen Bedingungen, Umweltkatastrophen und Zukunftsvisionen kennen.
Wie gesagt: Die Idee finde ich nach wie vor sehr gut, die Umsetzung leider nicht so gelungen, weil mir das Klimahaus alles im allen doch zu künstlich gemacht ist. Erwartet hatte ich so etwas in der Art vom Burger Zoo in Arnhem, wo man es geschafft hat, Lebensräume nachzubauen, die aufgrund Ihrer Pflanzenwahl, dem CO2-Ausstoß der Besucher und der entsprechenden "mitgebrachten" Luftfeuchtigkeit annähernd autark funktionieren.
Nicht erwartet hatte ich Klimahaus z.B.  ein überheitztes dunkles Labyrinth aus Kunstrasen mit Kunstpflanzen an den Seiten, in dem es nach schwitzendem Mensch und staugigem Plastik riecht, welches den Gang durch einen Regenwald bei Nacht darstellen sollte.
Bei der Antarktis hatte ich mir aufgrund der Erklärung auf der Website irgendwie auch mehr vorgestellt, als einen 20m langen Gang durch Eiswände rechts und links.
Unsere Enttäuschung liegt aber vielleicht auch daran, dass wir viele der Exponate und wissenschaftliche Modelle so und besser schon mehrfach im Universum Science Center gesehen haben.

Fazit: Wer das USC in Bremen oder das Phaeno in Wolfsburg noch nicht gesehen hat, der ist vielleicht doch vom Klimahaus in Bremerhaven begeistert.
Alle anderen sollten ihr Augenmerk auf das Deutsche Auswandererhaus legen, denn das ist wirklich einen Besuch wert und einmal etwas völlig neues.

Mehr im nächsten Teil...

1 Kommentar:

Coyote hat gesagt…

Hm, das mit dem Klimahaus enttäuscht mich gerade etwas. Ich hatte mir schon seit einer Weile mal vorgenommen, es mir anzuschauen. Vielleicht gehe ich erst da rein und dann in das USC...